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Bild 1:

Gruppenbild
Bild 2:

Werbung
Bild 3:

Mainzelmännchen
Bild 4:

Werbung
böse
Bild 5:

Werbung top
Bild 6:

werbung
so toll
Bild 7:

bodylotion
Bild 8:

Werbung Ende
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Beschreibung des Projektes:
Zum Abschluss des Schuljahres
wollten die sechs Schülerinnen
(Bild 1) ein Projekt in eigener Regie
durchführen. Nach einer kurzen Einführungs- und Beratungsphase standen ca 10
Unterrichtseinheiten zu je 2 Stunden zur Verfügung. Drei Doppelstunden brauchten
sie, um sich auf das Thema zu einigen, die Aufgaben in der Gruppe zu verteilen,
diverse Videoclips im Fernsehen zu sichten und sich auf ein Werbeprodukt zu
einigen. In 2 Doppelstunden wurde ein Drehbuch erstellt sowie die Gestaltung der
Flasche „Bodylotion EnErGi“ diskutiert und gefertigt. Außerdem wurden Sprechtext
und musikalische Untermalung erarbeitet. Den breitesten Raum mit 3 Doppelstunden
nahm das Üben des Sprechtextes und der visuellen Präsentation der
Darstellerinnen und des Werbeproduktes selbst ein (inklusive Abdrehen vieler
Fassungen mit dem Camcorder). In einer Doppelstunde legte man die Szenen fest,
die zu dem Clip zusammen geschnitten werden sollten. Die letzte Doppelstunde
wurde nach dem Zusammenschnitt dafür verwendet, das Ergebnis zu besprechen und
Verbesserungsvorschläge zu erarbeiten.
Die 6 Mädchen haben im ersten Halbjahr der Klasse 9 schon einmal mit dem
Erarbeiten eines Songs (Living to love you) ein Projekt durchgeführt, bei dem
der gestalterische Schwerpunkt im Singen und Tanzen lag. In diesem Projekt
bestand die Forderung darin, über die reine Gestaltung hinaus eine Botschaft
mittels Verbalisierung, Körpersprache, Mimik und musikalischem Ausdruck „rüber
zu bringen“. Auch Einsatz und Wirkungsweise des Hintergrundes (Bluebox-Verfahren)
waren bekannt. Die Mädchen waren aber nicht zu überzeugen, dass beim Abdrehen
keine blauen Kleidungsstücke getragen werden dürfen, ohne Farbüberschneidungen
zu riskieren. Daher ist die Bildqualität (Konturen flimmern blau) nicht immer
optimal. Auf zusätzliche Ausleuchtung wurde verzichtet.
Die anfängliche Begeisterung war sehr groß. Die Mädchen meinten, in höchstens 3
Doppelstunden alles „im Kasten“ zu haben. Nach den ersten Beratungen merkten sie
aber, dass es nicht nur schwer ist, gemeinsam einen roten Faden zu finden und
einer Mitschülerin schließlich die Regie zu übertragen. Härter noch war, nach
den ersten Fehlversuchen und Rückschlägen durchzuhalten und neuen Vorschlägen
gegenüber offen zu sein.
Die Grundidee eine erfundene Bodylotion zu „verkaufen“ wurde immer wieder
modifiziert. Schließlich setzte sich folgender Roter Faden durch:
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Anfang
und Ende der Werbung soll
Originalclips aus dem Werbefernsehen haben
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Bild und Ton sollen miteinander
korrespondieren
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Es soll ein „vorher“ und „nachher“
bei der Behandlung geben
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Der Clip soll nicht länger als 30
Sekunden dauern
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Zu 1: Man entschied sich, wie im Werbefernsehen auch, den fertigen Clip
Mainzelmännchen (
Bild 2,
Bild 3 und
Bild 8) und üblichen Phrasen bei medizinischen
Produkten (Zu Risiken... fragen Sie...) zuzuordnen, damit es etwas realistischer
aussieht.
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Zu 2: Bild und Ton sollten die Aufgabe haben, die spröde und die mit „EnErGi“
gepflegte Haut mit entsprechend disharmonischen, harten und andererseits
harmonischen, weichen Klängen Kontraste zu belegen und entschied sich für Musik
aus L. Webber´s Musical „Tanz der Vampire“ und Vivaldi´s “Frühling” aus den Vier
Jahreszeiten. Beim Vorstellen des Werbeprododuktes ist plötzlich gar kein Ton
mehr zu hören. Dann setzt die „geschmeidige“ Musik ein. Später verstärken sich
die Werbeeffekte dadurch, dass Sprachelemente wiederholt oder mit Hall versehen
werden.
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Zu 3: Die bildliche Umsetzung von dem Gram über die trockene, etc. Haut erfolgt
mit dem Etwas konfus bunten Hintergrund, die optimistisch
lächelnden Mädchen
zeigen mit erhobenem Daumen ihre Zufriedenheit (
Bild 4 und
5). Schließlich stößt
die vorher unglückliche, nunmehr mit „EnErGi“ gepflegte Schöne, vor einem zarten
Magnolienhintergrund einen Laut des Entzückens aus. Dazu erklingt weiterhin der
einschmeichelnde Vivaldi (
Bild 6). Das Werbeprodukt an und für sich erscheint
mit der einsetzenden weichen Musik vor neutralem(!) - wenn auch gesprenkeltem -
Hintergrund gleich mehrfach (
Bild 7).
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Zu 4: Viel Kopfzerbrechen bereitete die Vorgabe, dass der Werbeclip nicht länger
als 30 Sek. sein sollte. Zunächst dauerte er über eine Minute, aber die
Einsicht, dass der Clip für die Firma viel zu teuer sein würde, motivierte noch
einmal zu Streichungen. Trotzdem gelang es nicht, den Clip unter ca 50 Sekunden
zu bringen.
Die Schnittarbeit am PC war noch immer zu schwer für die meisten Schülerinnen.
Eine Schülerin assistierte zeitweise, aber den Großteil der Arbeit hat der
Lehrer selbst übernommen. Die Schülerinnen haben aber durchaus mitbekommen, wie
mühselig dieses Geschäft ist und dass es viele Stunden in Anspruch genommen hat
– und das für einen Clip von ca. 50 Sekunden Dauer!
Wichtigste Erkenntnis war für die Schülerinnen, dass so locker aussehende
Werbespots, die oft so nebenbei konsumiert werden, sehr gut durchdacht sein
müssen, wie man mit audio-visuellen Effekten beeinflusst und ausgetrickst wird
und wie viel Arbeit hinter einem Werbeclip steckt.
Man kann wohl sagen, dass mit diesem und dem vorangegangenem Projekt eine Reihe
von Kompetenzen wie im Bildungsplan gefordert (die hier aber nicht im einzelnen
aufgeführt werden sollen) erreicht wurden.
Übrigens: Die Rechtschreibfehler bei „EnErGi“ (Energie) und „Bodlotion“
(Bodylotion) hatte zwei Aspekte. Gegen „EnErGi“ wehrten sich die Mädchen mit der
Begründung, es sei schließlich ein Werbegag. Jeder wisse schließlich, wie
„Energie“ oder „Energy“ geschrieben werde, aber so gucke man wenigstens hin...
Den zweiten Fehler konnten sie nicht entkräften, erkannten jedoch, dass wegen
des Nichtentdeckens (der Lehrer hat ihn auch erst bei der Schlussbesprechung
bemerkt...), der Werbespot nicht hätte gesendet werden können, viel Geld
verloren und noch mehr Arbeit für die Katz´ gewesen wäre...
Gerold Siemer |