WALDSCHULE BISSINGEN
Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule

74321 Bietigheim-Bissingen * Panoramastr.2
Tel: (07142) 7790-60 * Fax: (07142) 7790-99
Internet: www.waldschule-bissingen.de
E-Mail: sekretariat(at)waldschule-bissingen.de

werbung_9ab_0405_cdhuelle Musik – Sport – Gestalten MSG (Mu) Klasse 9ab, Schuljahr 2004/05

Projekt Werbung:

werbung_bodylotion_standbildEine erfundene Bodylotion „verkaufen“ - Produktion eines Videoclips:

Videoclip anschauen (2 min)

Bild 1:

werbung_gruppenbild

Gruppenbild

 

Bild 2:

werbung_werbung_standbild

Werbung

 

Bild 3:

werbung_mainzelm

Mainzelmännchen

 

Bild 4:

werbung_boese_standbild

Werbung böse

 

Bild 5:

werbung_top_standbild

Werbung top

 

Bild 6:

werbung_so toll

werbung so toll

 

Bild 7:

werbung_bodylotion_standbild

bodylotion

 

Bild 8:

werbung_ende

Werbung Ende

 

Beschreibung des Projektes:

Zum Abschluss des Schuljahres wollten die sechs Schülerinnen (Bild 1) ein Projekt in eigener Regie durchführen. Nach einer kurzen Einführungs- und Beratungsphase standen ca 10 Unterrichtseinheiten zu je 2 Stunden zur Verfügung. Drei Doppelstunden brauchten sie, um sich auf das Thema zu einigen, die Aufgaben in der Gruppe zu verteilen, diverse Videoclips im Fernsehen zu sichten und sich auf ein Werbeprodukt zu einigen. In 2 Doppelstunden wurde ein Drehbuch erstellt sowie die Gestaltung der Flasche „Bodylotion EnErGi“ diskutiert und gefertigt. Außerdem wurden Sprechtext und musikalische Untermalung erarbeitet. Den breitesten Raum mit 3 Doppelstunden nahm das Üben des Sprechtextes und der visuellen Präsentation der Darstellerinnen und des Werbeproduktes selbst ein (inklusive Abdrehen vieler Fassungen mit dem Camcorder). In einer Doppelstunde legte man die Szenen fest, die zu dem Clip zusammen geschnitten werden sollten. Die letzte Doppelstunde wurde nach dem Zusammenschnitt dafür verwendet, das Ergebnis zu besprechen und Verbesserungsvorschläge zu erarbeiten.

Die 6 Mädchen haben im ersten Halbjahr der Klasse 9 schon einmal mit dem Erarbeiten eines Songs (Living to love you) ein Projekt durchgeführt, bei dem der gestalterische Schwerpunkt im Singen und Tanzen lag. In diesem Projekt bestand die Forderung darin, über die reine Gestaltung hinaus eine Botschaft mittels Verbalisierung, Körpersprache, Mimik und musikalischem Ausdruck „rüber zu bringen“. Auch Einsatz und Wirkungsweise des Hintergrundes (Bluebox-Verfahren) waren bekannt. Die Mädchen waren aber nicht zu überzeugen, dass beim Abdrehen keine blauen Kleidungsstücke getragen werden dürfen, ohne Farbüberschneidungen zu riskieren. Daher ist die Bildqualität (Konturen flimmern blau) nicht immer optimal. Auf zusätzliche Ausleuchtung wurde verzichtet.

Die anfängliche Begeisterung war sehr groß. Die Mädchen meinten, in höchstens 3 Doppelstunden alles „im Kasten“ zu haben. Nach den ersten Beratungen merkten sie aber, dass es nicht nur schwer ist, gemeinsam einen roten Faden zu finden und einer Mitschülerin schließlich die Regie zu übertragen. Härter noch war, nach den ersten Fehlversuchen und Rückschlägen durchzuhalten und neuen Vorschlägen gegenüber offen zu sein.

Die Grundidee eine erfundene Bodylotion zu „verkaufen“ wurde immer wieder modifiziert. Schließlich setzte sich folgender Roter Faden durch:

  1. Anfang und Ende der Werbung soll Originalclips aus dem Werbefernsehen haben
  2. Bild und Ton sollen miteinander korrespondieren
  3. Es soll ein „vorher“ und „nachher“ bei der Behandlung geben
  4. Der Clip soll nicht länger als 30 Sekunden dauern
     
  • Zu 1: Man entschied sich, wie im Werbefernsehen auch, den fertigen Clip Mainzelmännchen ( Bild 2, Bild 3 und Bild 8) und üblichen Phrasen bei medizinischen Produkten (Zu Risiken... fragen Sie...) zuzuordnen, damit es etwas realistischer aussieht.
     
  • Zu 2: Bild und Ton sollten die Aufgabe haben, die spröde und die mit „EnErGi“ gepflegte Haut mit entsprechend disharmonischen, harten und andererseits harmonischen, weichen Klängen Kontraste zu belegen und entschied sich für Musik aus L. Webber´s Musical „Tanz der Vampire“ und Vivaldi´s “Frühling” aus den Vier Jahreszeiten. Beim Vorstellen des Werbeprododuktes ist plötzlich gar kein Ton mehr zu hören. Dann setzt die „geschmeidige“ Musik ein. Später verstärken sich die Werbeeffekte dadurch, dass Sprachelemente wiederholt oder mit Hall versehen werden.
     
  • Zu 3: Die bildliche Umsetzung von dem Gram über die trockene, etc. Haut erfolgt mit dem Etwas konfus bunten Hintergrund, die optimistisch lächelnden Mädchen zeigen mit erhobenem Daumen ihre Zufriedenheit ( Bild 4 und 5). Schließlich stößt die vorher unglückliche, nunmehr mit „EnErGi“ gepflegte Schöne, vor einem zarten Magnolienhintergrund einen Laut des Entzückens aus. Dazu erklingt weiterhin der einschmeichelnde Vivaldi ( Bild 6). Das Werbeprodukt an und für sich erscheint mit der einsetzenden weichen Musik vor neutralem(!) - wenn auch gesprenkeltem - Hintergrund gleich mehrfach ( Bild 7).
     
  • Zu 4: Viel Kopfzerbrechen bereitete die Vorgabe, dass der Werbeclip nicht länger als 30 Sek. sein sollte. Zunächst dauerte er über eine Minute, aber die Einsicht, dass der Clip für die Firma viel zu teuer sein würde, motivierte noch einmal zu Streichungen. Trotzdem gelang es nicht, den Clip unter ca 50 Sekunden zu bringen.
     

Die Schnittarbeit am PC war noch immer zu schwer für die meisten Schülerinnen. Eine Schülerin assistierte zeitweise, aber den Großteil der Arbeit hat der Lehrer selbst übernommen. Die Schülerinnen haben aber durchaus mitbekommen, wie mühselig dieses Geschäft ist und dass es viele Stunden in Anspruch genommen hat – und das für einen Clip von ca. 50 Sekunden Dauer!

Wichtigste Erkenntnis war für die Schülerinnen, dass so locker aussehende Werbespots, die oft so nebenbei konsumiert werden, sehr gut durchdacht sein müssen, wie man mit audio-visuellen Effekten beeinflusst und ausgetrickst wird und wie viel Arbeit hinter einem Werbeclip steckt.

Man kann wohl sagen, dass mit diesem und dem vorangegangenem Projekt eine Reihe von Kompetenzen wie im Bildungsplan gefordert (die hier aber nicht im einzelnen aufgeführt werden sollen) erreicht wurden.

Übrigens: Die Rechtschreibfehler bei „EnErGi“ (Energie) und „Bodlotion“ (Bodylotion) hatte zwei Aspekte. Gegen „EnErGi“ wehrten sich die Mädchen mit der Begründung, es sei schließlich ein Werbegag. Jeder wisse schließlich, wie „Energie“ oder „Energy“ geschrieben werde, aber so gucke man wenigstens hin... Den zweiten Fehler konnten sie nicht entkräften, erkannten jedoch, dass wegen des Nichtentdeckens (der Lehrer hat ihn auch erst bei der Schlussbesprechung bemerkt...), der Werbespot nicht hätte gesendet werden können, viel Geld verloren und noch mehr Arbeit für die Katz´ gewesen wäre...

Gerold Siemer

 

weitere Links auf der Homepage zu MSG:

MSG an der Waldschule - ein Überblick über den Fachbereich

MSG (Musik): weitere Projekte

MSG (Gestalten) - Besuch des Landesmedienzentrum Karlsruhe am 23.06.2005