WALDSCHULE BISSINGEN
Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule

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 "MeNuK" Kl. 3

"Gesunde Ernährung" Kl. 3 - Multimedia-Projekt "Vitamine"

  Video anschauen: hohe Qualität (3,36 min -65,9 MB)  Video anschauen: niedrige Qualität (3,36 min - 5,4 MB)

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Als Erprobungsschule wurde im Schuljahr 2002/03  an der Waldschule der Fächerverbund "Mensch, Natur und Kultur" (MeNuK) eingeführt. Dieses neue Unterrichtsfach  ist ein Verbund der früheren Fächer Heimat- und Sachunterricht  einschließlich  Musik und Kunst (bisher Bildende Kunst/Textiles Werken). Der zeitliche Rahmen und die Schul- und Unterrichtsorganisation orientiert sich an der Kontingenttafel der Grundschule. Für die Klassen 1-4 stehen somit 25 Stunden für MeNuK zur Verfügung. Die Inhalte des Faches MeNuK wurden in Klassenkonferenzen für das gesamte Schuljahr in verschiedene Themenbereiche untergliedert. Für die Klassenstufe 3 sind dies:

-         Neuorientierung im 3. Schuljahr (Vieles ändert sich)
-         Gesunde Ernährung
-         Geschlechtlichkeit
-         Wetter
-         Projektthemen: Reise in die Vergangenheit (Rad/Fahrrad, Versteinerungen )

 In der Regel unterrichtet nur eine Lehrkraft das Fach MeNuK. In der Klasse 3a  wird in diesem Schuljahr versuchsweise der Bereich  Musik  mit wöchentlich einer Stunde von einem   Musiklehrer  durchgeführt. Dies erfordert  selbstverständlich eine enge Kooperation mit der Klassenlehrerin, welche die anderen Fächer abdeckt, denn es wird eine gemeinsame Note für den Verbund MeNuK gegeben.

 Im Rahmen dieser Kooperation entstand über die nach Ostern geplanten Projektthemen hinaus die Idee des gemeinsamen Projektes „Vitamine“ aus dem Themenbereich „Gesunde Ernährung“. Die Klassenlehrerin  behandelte die „Vitamine“ in – wenn man so will – HuS , ließ Bilder zum Thema und zum Liedtext in BK gestalten, und in Musik wurde das Lied sowohl instrumental (Keyboards und Orff-Instrumente) als auch vokal erarbeitet. Aus Zeitgründen wurde die Instrumentalarbeit  diesmal nur gestreift, ist aber ohne Schwierigkeiten in das Projekt integrierbar.

 Das Lied wurde  vom Musiklehrer 

  1. am Keyboard, einem  Sequenzerprogramm  (Cubase Score) und einem Arrangierprogramm (Band in a box) als MIDI-File so vorbereitet, dass es als Playback für das Singen und Mitmusizieren ständig verfügbar war,
     

  1. mit einem digitalen Camcorder (Sony DCR-TRV 30E PAL-1,55 Megapixel) aufgezeichnet , mit einem digitalen Editierprogramm (DV.now 1.2 mit FAST.forward und Adobe Premiere ) am PC geschnitten sowie mit Blenden versehen   und schließlich auf  CD gebrannt und auf VHS-Videokassette kopiert, so dass das Projektergebnis jedem Schüler auf Wunsch  mitgegeben werden kann,
     

  1. die von den SchülerInnen  gemalten Bilder gescannt und in 16 vernetzte Schul-PCs eingelesen, damit sie von SchülerInnen weiter bearbeitet werden konnten,
     

  1. im Powerpoint-Programm für die Schüler so aufgearbeitet, dass sie ihre eigenen Bilder mit dem Lied koppeln  konnten und somit eine Bildergeschichte entstand, die auf CD gebrannt ebenfalls für die Schüler zur Verfügung steht,
     

  1. ein Cover für die CDs aus Bildern des Video-Clips bzw. der Powerpoint-Präsentation erstellt (picture-publisher von micrographics).

Mit diesen Arbeiten waren die Schüler noch überfordert. In Anschlussprojekten können sie jedoch an verschiedene Techniken durchaus herangeführt werden, vor allem in Anschlussklassen, auch in der Hauptschule. 

Einige digitale Photos (mit OLYMPUS CAMEDIA C21 – 2,1 Megapixel) und Videosequenzen  vom Wochenmarkt und Realbegegnung mit Früchten und Gemüse im Klassenzimmer, die teilweise auch  von SchülerInnen stammen, wurden sowohl in den Video-Clip als auch in die Powerpoint-Präsentation eingearbeitet. 

Die aktive  Arbeit der Schülerinnen lag vor allem   

1.      auf der Gestaltung der Bilder  (Bereich BK), dem Sammeln von Informationen über Vitamine (Bereich HuS) ,

2.      dem Erarbeiten, Gestalten und Produzieren des Liedvorspannes (Bereich Musik),

3.      dem Gestalten der Solostimmen und des chorischen Singens  im Klassenrahmen Bereich Musik), 

4.      der  fehlerfreien Textgestaltung und   kreativen Sprechblasengestaltung  am PC (Bereich Deutsch und Multimedia).  

Obwohl die 26 SchülerInnen  teilweise noch keinerlei PC-Erfahrung hatten, arbeiteten sie sich erstaunlich schnell ein . Die meisten kannten sich jedoch recht gut aus, da sie zu Hause ihren eigenen oder einen Familien-PC haben. Zu zweit an einem PC halfen sie sich gegenseitig und wurden zusätzlich von einem erfahrenen Powerpoint-Fachkollegen  eine Schulstunde lang im Teamteaching-Verfahren begleitet und angewiesen.  Es waren durchschnittlich zwei Textzeilen in vorbereitete Leerfelder einzutippen, Sprechblasen nach freier Wahl zu gestalten  und das Ergebnis schließlich abzuspeichern. Hierfür brauchten die Schüler einschließlich Vor- und Nachbereitung 2 Schulstunden.

 Für das Erarbeiten des Liedes bis zur mehrfachen Video-Aufnahme  wurden 4 Schulstunden, für das Malen der Bilder  eine Doppelstunde  und für das Behandeln „Gesunde Ernährung“ 10 Schulstunden benötigt.

Wie schon erwähnt waren die Schüler für den Zusammenschnitt  im Audio- und Videobereich    überfordert. Dies oblag wiederum dem Musiklehrer, der  zumindest im Bereich Video-,  Powerpoint-  und PC-Arbeit im Klassenverband zunächst auf Hilfe von Fachleuten aus dem Kollegium angewiesen war. Insgesamt sieht die multimediale Arbeit jedoch komplizierter aus als sie ist. Von ein paar Rückschlägen abgesehen kann man sich  bei entsprechendem Interesse durchaus einarbeiten und  Projekte dieser Art  erfolgreich durchführen, auch ohne  Multimedia-Fachmann zu sein. Bei den ersten Malen müssen sich die durchführenden KollegInnen allerdings auf einen nicht unbeträchtlichen Zeitaufwand einstellen, was die „Nebenarbeiten“ betrifft. Aber man wird durch  neue Erfahrungen im Umgang mit SchülerInnen, KollegInnen, Medien und dem Fach „Natur und Kultur“ mehr als entschädigt.

 Übrigens: Ziel des Projektes war nicht das tonreine Singen, d.h. die klassische Stimmbildung am Lied (das hört man wohl auch). Viel mehr sollte mit Hilfe der neuen Medien  die Freude am unbeschwerten Singen und Musizieren gefördert werden. Alle SchülerInnen sollten ihre individuellen kreativen Möglichkeiten im Musikunterricht spüren und einbringen können, ob es nun das Singen mit dem Mikrofon war, die Umsetzung des Textes und des Melodieschwunges in Bewegung und Bilder, die Sprechblasenarbeit am PC oder die begeisterte (aber auch kritische!) „Lernkontrolle“ beim Ansehen und Anhören der fertigen Produkte.

Projektleitung:       Gerold Siemer

©  Bearbeitung und Veröffentlichung  Text und Melodie „Vitamine“ mit freundlicher Genehmigung der Aktive Musik Verlagsgesellschaft,Dortmund