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WALDSCHULE BISSINGEN |
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74321 Bietigheim-Bissingen *
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Als
Erprobungsschule wurde im Schuljahr 2002/03 an der Waldschule der
Fächerverbund
"Mensch, Natur und Kultur" (MeNuK) eingeführt. Dieses neue Unterrichtsfach
ist ein Verbund der früheren Fächer Heimat- und Sachunterricht einschließlich
Musik und Kunst (bisher Bildende Kunst/Textiles Werken). Der zeitliche Rahmen
und die Schul- und Unterrichtsorganisation orientiert sich an der
Kontingenttafel der Grundschule. Für die Klassen 1-4 stehen somit 25 Stunden für MeNuK zur Verfügung. Die Inhalte des Faches MeNuK wurden in Klassenkonferenzen für
das gesamte Schuljahr in verschiedene Themenbereiche untergliedert. Für die
Klassenstufe 3 sind dies:
- Neuorientierung im 3. Schuljahr (Vieles ändert
sich)
- Gesunde Ernährung
- Geschlechtlichkeit
- Wetter
- Projektthemen: Reise in die Vergangenheit (Rad/Fahrrad,
Versteinerungen )
In der Regel unterrichtet nur eine Lehrkraft das Fach MeNuK. In der Klasse 3a wird in diesem Schuljahr versuchsweise der Bereich Musik mit wöchentlich einer Stunde von einem Musiklehrer durchgeführt. Dies erfordert selbstverständlich eine enge Kooperation mit der Klassenlehrerin, welche die anderen Fächer abdeckt, denn es wird eine gemeinsame Note für den Verbund MeNuK gegeben.
Im
Rahmen dieser Kooperation entstand über die nach Ostern geplanten Projektthemen
hinaus die Idee des gemeinsamen Projektes „Vitamine“ aus dem
Themenbereich
„Gesunde Ernährung“. Die Klassenlehrerin behandelte die „Vitamine“ in – wenn
man so will – HuS , ließ Bilder zum Thema und zum Liedtext in BK
gestalten, und in Musik wurde das Lied sowohl instrumental (Keyboards und
Orff-Instrumente) als auch vokal erarbeitet.
Aus
Zeitgründen wurde die Instrumentalarbeit diesmal nur gestreift, ist aber
ohne Schwierigkeiten in das Projekt integrierbar.
Das Lied wurde vom Musiklehrer
am Keyboard, einem Sequenzerprogramm (Cubase
Score) und einem Arrangierprogramm (Band in a box) als MIDI-File so
vorbereitet, dass es als Playback für das Singen und Mitmusizieren ständig
verfügbar war,
mit einem
digitalen Camcorder (Sony DCR-TRV 30E PAL-1,55 Megapixel) aufgezeichnet , mit
einem digitalen Editierprogramm (DV.now 1.2 mit FAST.forward und Adobe
Premiere ) am PC geschnitten sowie mit Blenden versehen und schließlich auf
CD gebrannt und auf VHS-Videokassette kopiert, so dass das Projektergebnis
jedem Schüler auf Wunsch mitgegeben werden kann,
die von den SchülerInnen gemalten Bilder
gescannt und in 16 vernetzte Schul-PCs eingelesen, damit sie von SchülerInnen
weiter bearbeitet werden konnten,
im Powerpoint-Programm für die Schüler so
aufgearbeitet, dass sie ihre eigenen Bilder mit dem Lied koppeln konnten und
somit eine Bildergeschichte entstand, die auf CD gebrannt ebenfalls für die
Schüler zur Verfügung steht,
ein Cover für die CDs aus Bildern des Video-Clips bzw. der Powerpoint-Präsentation erstellt (picture-publisher von micrographics).
Mit diesen Arbeiten waren die Schüler noch überfordert. In Anschlussprojekten können sie jedoch an verschiedene Techniken durchaus herangeführt werden, vor allem in Anschlussklassen, auch in der Hauptschule.
Einige
digitale Photos (mit OLYMPUS CAMEDIA C21 – 2,1 Megapixel) und Videosequenzen
vom Wochenmarkt und Realbegegnung mit Früchten und Gemüse im Klassenzimmer, die
teilweise auch von SchülerInnen stammen, wurden sowohl in den Video-Clip als
auch in die Powerpoint-Präsentation eingearbeitet.
Die aktive Arbeit der Schülerinnen lag vor allem
1. auf der Gestaltung der Bilder (Bereich BK), dem Sammeln von Informationen über Vitamine (Bereich HuS) ,
2. dem Erarbeiten, Gestalten und Produzieren des Liedvorspannes (Bereich Musik),
3. dem Gestalten der Solostimmen und des chorischen Singens im Klassenrahmen Bereich Musik),
4. der fehlerfreien Textgestaltung und kreativen Sprechblasengestaltung am PC (Bereich Deutsch und Multimedia).
Obwohl die 26 SchülerInnen teilweise noch keinerlei
PC-Erfahrung
hatten, arbeiteten sie sich erstaunlich schnell ein . Die meisten kannten sich
jedoch recht gut aus, da sie zu Hause ihren eigenen oder einen Familien-PC
haben. Zu zweit an einem PC halfen sie sich gegenseitig und wurden zusätzlich
von einem erfahrenen Powerpoint-Fachkollegen eine Schulstunde lang im
Teamteaching-Verfahren begleitet und angewiesen. Es waren durchschnittlich zwei
Textzeilen in vorbereitete Leerfelder einzutippen, Sprechblasen nach freier Wahl
zu gestalten und das Ergebnis schließlich abzuspeichern. Hierfür brauchten die
Schüler einschließlich Vor- und Nachbereitung 2 Schulstunden.
Für das Erarbeiten des Liedes bis zur mehrfachen Video-Aufnahme wurden 4 Schulstunden, für das Malen der Bilder eine Doppelstunde und für das Behandeln „Gesunde Ernährung“ 10 Schulstunden benötigt.
Wie schon erwähnt waren die Schüler für den Zusammenschnitt im Audio- und Videobereich überfordert. Dies oblag wiederum dem Musiklehrer, der zumindest im Bereich Video-, Powerpoint- und PC-Arbeit im Klassenverband zunächst auf Hilfe von Fachleuten aus dem Kollegium angewiesen war. Insgesamt sieht die multimediale Arbeit jedoch komplizierter aus als sie ist. Von ein paar Rückschlägen abgesehen kann man sich bei entsprechendem Interesse durchaus einarbeiten und Projekte dieser Art erfolgreich durchführen, auch ohne Multimedia-Fachmann zu sein. Bei den ersten Malen müssen sich die durchführenden KollegInnen allerdings auf einen nicht unbeträchtlichen Zeitaufwand einstellen, was die „Nebenarbeiten“ betrifft. Aber man wird durch neue Erfahrungen im Umgang mit SchülerInnen, KollegInnen, Medien und dem Fach „Natur und Kultur“ mehr als entschädigt.
Übrigens: Ziel des Projektes war nicht das tonreine Singen, d.h. die klassische Stimmbildung am Lied (das hört man wohl auch). Viel mehr sollte mit Hilfe der neuen Medien die Freude am unbeschwerten Singen und Musizieren gefördert werden. Alle SchülerInnen sollten ihre individuellen kreativen Möglichkeiten im Musikunterricht spüren und einbringen können, ob es nun das Singen mit dem Mikrofon war, die Umsetzung des Textes und des Melodieschwunges in Bewegung und Bilder, die Sprechblasenarbeit am PC oder die begeisterte (aber auch kritische!) „Lernkontrolle“ beim Ansehen und Anhören der fertigen Produkte.

Projektleitung: Gerold Siemer
© Bearbeitung und Veröffentlichung Text und Melodie „Vitamine“ mit freundlicher Genehmigung der Aktive Musik Verlagsgesellschaft,Dortmund